Überraschungscoup gegen ehemaligen Deutschen Meister!

Überraschungscoup gegen ehemaligen Deutschen Meister!

Überraschungscoup gegen ehemaligen Deutschen Meister! FC 07 Heidelsheim – VfR Mannheim 3:2 (1:1):

Gut erholt von der heftigen 0:6-Auswärtsschlappe drei Tage zuvor beim FV Fortuna Heddesheim zeigte sich der Verbandsligaaufsteiger FC 07 Heidelsheim und kam gegen den VfR Mannheim, immerhin Deutscher Meister des Jahres 1949, zu einem kaum für möglich gehaltenen 3:2 (1:1)-Heimsieg und somit im 3. Spiel zum 2. Erfolg. Es war jedoch eine ganz kuriose Begegnung mit ständig wechselnder Führung, bei der hüben wie drüben reichlich Geschenke verteilt wurden, sowie einem Gästetorhüter, der zur tragischen Figur wurde und der einem letztendlich fast schon ein bisschen leidtun konnte, denn VfR-Keeper Marcel Lentz hatte nicht gerade seinen allerbesten Tag erwischt und war an allen drei Heidelsheimer Treffern maßgeblich beteiligt.

Doch dies soll keinesfalls die kämpferisch starke Leistung der Gastgeber schmälern, die sich von der ersten Minute auf ihre alten Tugenden besannen, gut verteidigten und kompromisslos dagegenhielten. Darüber hinaus war man präsent in den Zweikämpfen und gab keinen Ball verloren. In einer verhaltenen Anfangsphase hatten die Gäste zwar leichte Vorteile, doch mit der ersten gelungenen Offensivaktion konnten die Gastgeber in Führung gehen. Aushilfskapitän Lukas Durst (23.) hatte sich über rechts wunderschön durchgetankt und seine scharfe halbhohe Hereingabe lenkte sich Lentz selbst ins Netz. Fünf Minuten später hatte Enes Karamanli die große Möglichkeit, auf 2:0 zu erhöhen, doch nach einer gefühlvollen Flanke von Ibrahim Ünsal köpfte er aus acht Metern völlig freistehend am Tor vorbei. Völlig unnötig war dann der Ausgleichstreffer nach 40 Minuten, bei dem auch die Mannheimer von einem Abstimmungsfehler in der Heidelsheimer Defensive zwischen Serdar Yurdakul und Keeper Ermin Besic profitierten. Nutznießer war Piero Adragna, der am langen Pfosten ungehindert zum 1:1 einköpfen durfte. Sekunden vor dem Halbzeitpfiff ergab sich für Durst jedoch nochmals die große Chance, seine Farben erneut in Führung zu bringen, aber ihm versagten aus spitzem Winkel die Nerven, nachdem Karamanli wunderschön durchgesteckt hatte.

In der Gästekabine wurde es zur Halbzeit sehr laut und mit viel Wut im Bauch und fast schon dem Mute der Verzweiflung ging Mannheim die zweite Hälfte an. Zunächst verfehlte Steffen Kochendörfer  nach einem Freistoß von Gianluca Mantel (54.) per Kopf nur um Zentimeter den Pfosten, vier Minuten später war es dann aber doch so weit. Nach einem weiteren Mantel-Freistoß nutzte der von der SG HD-Kirchheim gekommene Innenverteidiger Jonas Rehm im Zentrum alle seine Freiheiten und konnte praktisch ohne Gegenwehr zum 1:2 einköpfen. Allerdings fiel zum Glück schon im direkten Gegenzug der Ausgleich. Nach einem weiten Ball aus der eigenen Hälfte brachte Lentz ohne Not knapp innerhalb der Strafraumgrenze Mete Yüksel zu Fall und dem jungen Schiedsrichter Roy Dingler aus Birkenfeld blieb gar keine andere Wahl, als auf Strafstoß zu entscheiden, den Durst ganz sicher verwandelte. Damit war allerdings noch nicht genug, denn nach 68 Minuten hieß es plötzlich 3:2 für Heidelsheim, wobei Unglücksrabe Lentz eine harmlose Rückgabe aus dem Halbfeld des kurz vor der Halbzeit für den verletzten Joseph Olumide eingewechselten Norbert Kirschner überschlug und das Spielgerät ganz gemütlich über die Linie trudelte. Mit großem kämpferischen Einsatz brachten die Einheimischen dann diesen Vorsprung über die Zeit, weil die Mannen aus der Quadratestadt auch in der Folgezeit viel zu hektisch und einfallslos wirkten. Meist ging es immer nach demselben Muster, mit hohen Bällen auf den großgewachsenen Sturmführer Marc Haffa, doch damit waren die weiterhin stark ersatzgeschwächten Gastgeber an diesem Tag nicht zu bezwingen. Und wenn mal was auf´s Tor kam, dann war Besic (75. und 90. gegen Kochendörfer oder ein Abwehrspieler wie Dirk Maier dazwischen, der in der 88. Minute nach einer Mantel-Ecke das Leder von der Linie köpfte. Auf der anderen Seite hätte aber auch Heidelsheim in der Schlussphase mit 5-minütiger Nachspielzeit (keiner wusste so recht, warum) noch erhöhen können, doch es wurden die vereinzelten Kontermöglichkeiten leider nicht konsequent zu Ende gespielt.

Dies war letztendlich aber auch egal, denn es reichte auch so für einen völlig verdienten Sieg, den keiner so richtig auf der Rechnung hatte, mit dem aber der Saisonstart für die ambitionierten Mannheimer wohl endgültig vermiest wurde, die noch Minuten nach dem Schlusspfiff auf dem Platz Ursachenforschung betrieben.

Mannschaftsaufstellung FC 07 Heidelsheim:

Besic, Bortnikov, Dollinger, Karamanli, Martines (70. Maibrunn), Ünsal, Durst (82. Leibold), Maier, Zesinger, Yurdakul (61. Wolf), Yüksel

Mannschaftsaufstellung VfR Mannheim:

Lentz, Rehm, Mantel, Herm, Adragna, Haffa, Olumide (44. Kirschner), Kochendörfer, Sabah (70. Maier-Küster), Schwall, Raab (56. Gessel)

Torfolge: 1:0 Marcel Lentz (23., Eigentor), 1:1 Piero Adragna (40.), 1:2 Jonas Rehm (58.), 2:2 Lukas Durst (60., Foulelfmeter), 3:2 Norbert Kirschner (68., Eigentor)

Schiedsrichter: Roy Dingler aus Birkenfeld mit seinen beiden Assistenten Domenico Di Rosa und Baris Alayin

Zuschauer: 220